Die Ostsee-Nymphe stammt aus der Familie der Okeaniden (Meeres-Nymphen).
Griechen und Römer verstanden unter Nymphen (latinisiert "nympha") eine junge Frau (nicht unbedingt Jungfrau) im heiratsfähigen Alter, im weiteren Sinne wurden sie auch als Priesterinnen gesehen. Nymphen galten zwar grundsätzlich als sterblich, wie die Menschen, aber mit viel längerer Lebensdauer, fast bis zur Unsterblichkeit und ewiger Jugend.
Die Symbolik der Nymphen war und ist vielfältig. Sie umfasst insbesondere die Bereiche Fruchtbarkeit und Sexualität. In der bildenden Kunst sah man meist Darstellungen lieblicher Frauengestalten, gewöhnlich leicht bekleidet und Blumen und Kränze tragend.
Nymphen galten von je her als wohltätige Geister, zwar bestimmten Orten zugeordnet -wie im vorliegenden Falle dem Meer-, aber nicht immer an diese Orte gebunden. Sie konnten daher frei umherstreifen, tanzen, jagen u.s.w., sie waren aber meist irgendwie aktiv und den Menschen auf verschiedene Weise hilfreich.
Die Ostsee-Nymphe, die im Wasser halb Frau halb Fisch ist, hat ihre nixenartige Hülle auf dem Findling verlassen und ist an Land gegangen, also sie lebt unter den Menschen (vgl. Märchen Teil I und II), ist also selbst für eine gewisse Zeit Mensch geworden. Sie will in Erfahrung bringen, was Menschsein bedeutet.
Die Nymphe verkörpert als Meereswesen die innere Einheit des Meeres und damit grundsätzlich und ganz konkret Natur und Gesundheit, die sich aus den Urgewalten ableiten.
Gemäß ihrer über Jahrtausende bestehenden Bestimmung möchte sie Symbol für Fruchtbarkeit und Sexualität sein, die am besten in Form echter und dauerhafter Liebe -gerade in dieser kinderfeindlichen Zeit- umgesetzt werden können.
Die bronzene Hülle, die die Nymphe zurückließ, gibt uns die Botschaft:
"Kraft, Gesundheit und Liebe durch das Meer, unser aller Ursprung"